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Gartentipps

Vom Garten-Experte Karl Ploberger
 
Mit diesen 7 Schritten ist Ihr Graten herbstfit: 
  1. Vergessen Sie den Herbstputz: Laub wird nur von Gartenwegen und dem Rasen entfernt. Unter Bäumen, Sträuchern und der Hecke bleibt es liegen. Diese Mulchschicht ist eine Oase für viele Nützlinge, die uns im kommenden Jahr bei der Schädlingsbekämpfung helfen. Laufkäfer verstecken sich beispielsweise unter den Blättern und gehen dann schon im zeitigen Frühjahr auf Schneckenjagd. Außerdem hält im kommenden Jahr das Laub den Boden feucht und sorgt für gesunden Humusnachschub. So muss man weniger gießen. TIPP:  Damit das Laub nicht vom Wind verblasen wird, streuen Sie auf die Laubschicht eine dünne Schicht Kompost oder Rindendekor.
  2. Umstechen: Nein, danke: Diese Plagerei gehört in einem echten Faulenzergarten der Vergangenheit an. Wer die Erde regelmäßig mit Kompost versorgt und auch immer wieder mulcht, also mit Rasenschnitt oder Rindenhäcksel bedeckt, der wird bemerken, dass der Boden viel lockerer ist, als früher. Statt Spaten wird die Grabgabel verwendet: Alle zehn Zentimeter wird sie in den Boden gerammt und am Griff nach vor und zurück gerüttelt.  TIPP: Ein  Geräte für intelligente Faule ist die Gartenkralle – auch die funktioniert bei einem humusreichen Boden hervorragend.
  3. Abschneiden – jetzt noch nicht! 
    Der radikale Rückschnitt im Herbst ist tabu. Ob bei den Rosen oder den Stauden – der Rückschnitt erfolgt im Frühjahr. Die Triebe von sehr wuchsstarken Rosen können zwar etwas eingekürzt werden um die Pflanzen anzuhäufeln und mit Reisig zu schützen. Der echte Schnitt erfolgt aber erst Mitte März. Kletter- und Strauchrosen werden generell nicht geschnitten oder nur das mehrere Jahre alte Holz entfernt. Blätter der Pfingstrosen, Glockenblumen, Phlox und alle Ziergräser, werden erste im Frühjahr entfernt. TIPP: „Die 2. Blüte“ nennen die Gärtner den Raureif, der sich in den nächsten Wochen auf die Blütenstängel legt und so den Garten auch im Winter attraktiv macht, außerdem liefern sie Nahrung für viele überwinternde Singvögel.
  4. Kübelpflanzen – einwintern: Wer meint, Oleander & Co sind empfindlich, der irrt. Alle hartlaubigen Kübelpflanzen (Oleander, Palmen, etc.) halten bis fünf Grad Frost aus. Werden sie zu früh eingeräumt leiden sie eher, denn das Wachstum nach dem milden Oktober ist noch voll im Gang. Also lieber ein wenig Zeit lassen. Orangen, Zitronen, Fuchsien, Enzianstrauch gehören aber vor dem 1. Frost ins Winterquartier.  TIPP: Überwintert wird in einem hellen, 8 - 10 Grad kühlen Raum. Der Keller eines Neubaus ist meist zu dunkel. Hier helfen ganz normale Leuchtstoffröhren (in der Standard-Farbe „Cool white“), die 7 Stunden eingeschaltet bleiben. Gegossen wird sehr sparsam!
  5. Schnelle Blüher – jetzt ist noch Zeit dafür: Narzissen, Tulpen, Hyazinthen und viele andere Frühjahrsblüher kommen jetzt in den Boden. Tuffs im Rasen sehen besonders hübsch aus. Und noch ein Ratschlag: Pflanzen Sie im Winter blühende Gehölze: Zaubernuss, Duftschneeball und Winterjasmin. Sie werden staunen!  TIPP:  Unter freiwachsenden Hecken oder großen Sträuchern sehen Schneeglöckchen, Botanische Krokusse, Blausternchen, Waldhyazinthen) besonders gut aus. Am einfachsten geht das Pflanzen so: Die Zwiebel aufstreuen und mit einer Schicht von etwa 10 cm Kompost bedecken. Dass so manche Zwiebel „kopfunten“ liegt tut nichts zur Sache – die kleinen Blüher finden den richtigen Weg.
  6. Bäume schützen: Für den Obstbaumschnitt ist es noch viel zu früh, aber schützen Sie die Obstbaumstämme! Der Wechsel zwischen einer Frostnacht und einem milden, sonnigen Wintertag bedeutet für die Rinde eine ungeheure Beanspruchung. Deshalb werden die Stämme nun mit weißem Kalkanstrich versehen. Weiß reflektiert das Licht, dadurch kommt es zu keiner so großen Erwärmung und kaum zu Schäden.  TIPP: Fertige Baumanstriche enthalten neben dem Kalk auch noch andere (natürliche) Zuschlagstoffe, die die Schädlinge vernichten, die sich in den Ritzen der Rinde versteckt halten.
  7. Ausschau nach Schädlingen halten! 
    Vorbeugen ist die beste Vorsorge. Bei den Schnecken gilt das besonders. Unter Brettern, Steinen und in Erdritzen liegen die rahmweißen „Perlen“ zu Dutzenden versteckt. Diese Eigelege sollte man sofort vernichten, denn aus jedem Ei schlüpft noch im November eine Schnecke. TIPP: Bei empfindlichen Kulturen lohnt sich jetzt noch das Aufstreuen von Schneckenkorn. Umweltfreundlich ist ein Schneckenkorn, das aus Kleie und Eisen-III-Phosphat besteht.